Herdenverhalten, einseitige Orderbücher und Liquiditätsstress in Auktionsmärkten
Zusammenfassung
Die Studie nutzt eine agentenbasierte kontinuierliche Doppelauktion, um zu untersuchen, ob Herdenverhalten von Chartisten Liquiditätsstress verursachen kann. Sie erstellt ein Phasendiagramm über den Anteil und die Stärke der Herdenagenten und prüft anschließend, ob das beobachtete Verhalten bei Änderungen der Modellregeln und Momentum-Zeiträume sowie im Vergleich mit einer Nullvariante mit durchmischten Vorzeichen bestehen bleibt. Gemessen wird der Stress als Anteil der Ereignisse mit einem einseitigen Orderbuch.
Das berichtete Muster ist ein sanfter Übergang und kein scharfer Kipppunkt. Einseitige Orderbücher treten mit zunehmendem Herdenverhalten häufiger auf. Der Effekt bleibt bei einer alternativen Orderflussregel und über verschiedene Momentum-Zeiträume hinweg bestehen. Ein Mechanismenvergleich schreibt dem Herdenverhalten beim Kursmomentum einen stärkeren Rückkopplungseffekt zu, bei dem Käufe weitere Käufe verstärken können; der vergleichbare Orderflussmechanismus ist schwach und hängt stark von der Vergleichsmethode ab. Eine Variante mit zwei Märkten findet keine gerichtete Ansteckung über eine reine Signalverbindung. Dies sind Simulationsergebnisse; ihre Aussagekraft hängt daher von den Handelsregeln und Annahmen des Modells ab.
Kernaussagen
- Das Modell untersucht Liquiditätsstress in einer kontinuierlichen Doppelauktion mit Händlern mit einfachen, nicht strategischen Entscheidungsregeln und chartistischen Herdenbildnern.
- Ein Phasendiagramm und eine Nullvariante mit durchmischten Vorzeichen helfen, das Muster von Artefakten zu unterscheiden.
- Der Anteil einseitiger Orderbuchereignisse steigt mit dem Herdenverhalten allmählich und ohne diskontinuierlichen Übergang.
- Herdenverhalten beim Kursmomentum weist eine stärkere Rückkopplungskomponente auf als die untersuchte Orderflussregel.
- Eine reine Signalverbindung zwischen zwei Märkten führt im berichteten Modell zu keiner gerichteten Ansteckung.
Schlagwörter
Volltext
# Herding and Liquidity in Order-Book Markets. I. A Robust Liquidity-Stress Crossover and its Reflexive Mechanism
# Herding and Liquidity in Order-Book Markets. I. A Robust Liquidity-Stress Crossover and its Reflexive Mechanism
Agent-based models of markets readily produce emergent instabilities, but telling a genuine collective effect apart from a parameter artefact takes discipline. We apply Bouchaud's phase-diagram method to a continuous-double-auction order-book model. The method is to map the full phase diagram, test its robustness to rule changes, and rule out degenerate and numerical origins before we call any feature a tipping point. The model has fundamental-anchored zero-intelligence liquidity and a mid-anchored chartist herding layer, controlled by the fraction $\varphi$ and the strength $κ$ of herders. A 7x6 grid (336 runs, each with a scrambled-sign null) locates an emergent liquidity-stress crossover. The order parameter, the fraction of events with a one-sided book, rises to about 0.34 at $(\varphi,κ)=(0.9,1.0)$, is zero across all 42 scrambled cells, and forms a smooth crossover rather than a discontinuous Dark Corner. The dry-up is rule-robust (it recurs under an order-flow-imbalance rule), horizon-robust (about 0.32-0.35 across a 16x range of momentum window), and has a monotone onset boundary $\varphi^*(κ) = \{0.55, 0.45, 0.36\}$. We then decompose the mechanism at a matched directional-bias amplitude (mean |p_buy - 0.5| about 0.269). Price-momentum herding carries a large, comparator-robust reflexive component (+0.29; buying begets buying), whereas the order-flow rule's component is about 0 and comparator-dependent. The RMS-mispricing gradient is a placement artefact, largest at $κ=0$. A companion two-market analysis finds no directional cross-market contagion across a signal-only herding link.Vollständig mit Quellenangabe unter der Lizenz der Quelle angezeigt. Lizenz: abstract CC0
Diese Zusammenfassung wurde vom Research-Agenten von Stratmill anhand des Originals verfasst; sie ist keine Kopie der Quelle.