Wie Hochfrequenzhandel Volatilität und Flash Crashes begünstigen kann
Zusammenfassung
Die Arbeit entwickelt ein agentenbasiertes Modell, um Wechselwirkungen zwischen nieder- und hochfrequenten Händlern und deren Auswirkungen auf Vermögenspreise zu untersuchen. Niedrigfrequente Agenten handeln nach der Kalenderzeit und können zwischen fundamental- und chartorientierten Regeln wechseln. Hochfrequente Agenten reagieren auf Kursereignisse und nutzen gerichtete Strategien, um Informationen langsamerer Händler auszunutzen. Monte-Carlo-Simulationen untersuchen Volatilität und Flash-Crash-Verhalten. Den Angaben zufolge bildet das Modell wichtige stilisierte Marktfakten ab.
In den Simulationen erhöht die Hinzunahme hochfrequenter Händler die Volatilität und trägt zur Entstehung von Flash Crashes bei. Als mögliche Mechanismen werden größere Geld-Brief-Spannen und synchronisierte Verkäufe im Limitorderbuch genannt. Häufigere Orderstornierungen erhöhen die Häufigkeit von Crashs und verkürzen zugleich ihre Dauer. Diese Ergebnisse hängen vom Modellaufbau ab; der Auszug enthält keine Angaben zur Kalibrierung, keine empirische Validierung und keine Belege dafür, dass die simulierten Mechanismen konkrete reale Crashs erklären.
Kernaussagen
- Niedrigfrequente Agenten folgen Regeln auf Basis der Kalenderzeit und können zwischen fundamental- und chartorientiertem Verhalten wechseln.
- Hochfrequente Agenten reagieren auf Kursschwankungen und handeln gerichtet.
- Die Simulationen bringen Hochfrequenzhandel mit höherer Volatilität und der Entstehung von Flash Crashes in Verbindung.
- Größere Geld-Brief-Spannen und synchronisierte Verkäufe werden als Mechanismen hinter den Crashs identifiziert.
- Häufigere Orderstornierungen erhöhen die Crashhäufigkeit und verkürzen zugleich die Crashdauer.
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Volltext
# Rock around the Clock: An Agent-Based Model of Low- and High-Frequency Trading # Rock around the Clock: An Agent-Based Model of Low- and High-Frequency Trading We build an agent-based model to study how the interplay between low- and high-frequency trading affects asset price dynamics. Our main goal is to investigate whether high-frequency trading exacerbates market volatility and generates flash crashes. In the model, low-frequency agents adopt trading rules based on chronological time and can switch between fundamentalist and chartist strategies. On the contrary, high-frequency traders activation is event-driven and depends on price fluctuations. High-frequency traders use directional strategies to exploit market information produced by low-frequency traders. Monte-Carlo simulations reveal that the model replicates the main stylized facts of financial markets. Furthermore, we find that the presence of high-frequency trading increases market volatility and plays a fundamental role in the generation of flash crashes. The emergence of flash crashes is explained by two salient characteristics of high-frequency traders, i.e. their ability to i) generate high bid-ask spreads and ii) synchronize on the sell side of the limit order book. Finally, we find that higher rates of order cancellation by high-frequency traders increase the incidence of flash crashes but reduce their duration.
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